Severins Gang in die Finsternis: Ein Prager Gespensterroman by Paul Leppin

(5 User reviews)   3947
By Jacob Brown Posted on Dec 22, 2025
In Category - Alien Worlds
Leppin, Paul, 1878-1945 Leppin, Paul, 1878-1945
German
Ever feel like a city has its own personality? In Paul Leppin's 'Severins Gang in die Finsternis,' 1900s Prague isn't just a backdrop—it's a living, breathing character that pulls you into its shadowy corners. The story follows Severin, a man so bored with his tidy life that he starts chasing the city's ghosts and secrets. But here's the catch: the more he hunts for thrills in the dark, the more the darkness starts hunting him back. It's not your typical ghost story. It's a slow-burn, unsettling dive into what happens when someone tries to trade a safe, boring life for one of dangerous excitement, and finds out the price is their own sanity. If you like stories where the setting feels alive and the scares are more psychological than jump-scares, this is your next read.
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Zimmerkälte durch seinen Körper und dann wurde auch die Unruhe in ihm wach. Das einförmige Gleichmaß machte seine Hände zittern. Eine lästige Müdigkeit bohrte in seinen Schläfen und er drückte mit den Fingern die Augäpfel in den Kopf bis sie schmerzten. Eine verregnete Oktoberwoche lang hatte er Zdenka nicht mehr gesehn. Ihre Briefe, die ihn täglich zu kommen baten, schob er verärgert beiseite und beantwortete sie nicht. In dem halblauten Takt seines Blutes begannen sich Wünsche zu regen, die Zdenka ihm nicht erfüllen konnte. Und es war immer eine gespannte Erwartung, eine krause und absonderliche Neugier, die ihn befiel, wenn er am Abend, vom Schlafe betäubt, auf die Straße trat. Mit weit geöffneten Augen sah er in die Stadt hinein, in der die Menschen sich wie Schattenbilder bewegten. Der Lärm der Wagen, das Gerassel der Straßenbahn mischte sich mit den Stimmen der Leute zu einem harmonischen Brausen, in dem ab und zu ein vereinzelter Ruf oder ein Schrei aufklang, dem er mit einem aufmerksamen Empfinden nachlauschte, als ob ihm eben etwas Besonderes entgangen sei. Am liebsten waren ihm die Straßen, die abseits von dem großen Getriebe lagen. Wenn er die Augen zusammenkniff und durch die halbgeschlossenen Lider schaute, bekamen die Häuser ein phantastisches Aussehn. Dann ging er an den Mauern der großen Gärten vorbei, die sich an die Krankenhäuser und Institute schlossen. Der Geruch des faulenden Laubs und der feuchten Erde schlug ihm entgegen. Irgendwo in der Nähe wußte er eine Kirche. Hier war es schon am frühen Abend leer und nur einige Fußgänger kamen. Severin stand im Schatten der Häuservorsprünge und dachte darüber nach, warum sein Herz klopfe. Lag es an dieser Stadt mit ihren dunklen Fassaden, ihrem Schweigen über großen Plätzen, ihrer abgestorbenen Leidenschaftlichkeit? Es war ihm immer, als ob ihn unsichtbare Hände streiften. Er erinnerte sich, daß er auch oft bei Tage in längst bekannten und vertrauten Teilen wie in einer neuen Umgebung gegangen war. Am Sonntagmorgen war er manchmal am Siechenhaus und der Karlshofer Kirche vorbei in die Sluper Gründe hinuntergestiegen. In ihm war ein Staunen, daß er hier schon seit seiner Kindheit wohnte. Wenn die Sonne schien und auf den abgebröckelten Stufen schimmerte, mußte er an die Winterabende denken, wenn hier der Schnee in den Gassen trieb und die Lampen in den Kotpfützen funkelten. Es kam ihm vor, daß ein Bann ihn drückte. Ein böses Verlangen wuchs in ihm auf, den Bann zu lösen und ihn zu wandeln. Oft glaubte er, an der eigenen Kargheit verzweifeln zu müssen. Es war eine Bitterkeit in ihm, die sich in ohnmächtige Flüche verrannte; und eine Mattigkeit, die nach unseligen Stunden verlangte. Zdenka wußte nichts von dem allen. Unmutig, mit zusammengepreßten Lippen und aufgeschlagenem Rockkragen ging er heute durch die Stadt, auf Umwegen der Moldau zu, wo sie ihn erwartete. Die lange, geschäftige Straße, durch die er schritt, war er jahrelang zur Schule gegangen. Hier hatte er auf dem Heimwege die ersten Zigaretten geraucht und hier wurden auch die großen Schlachten beraten, die auf den Weinberger Schanzen mit den tschechischen Jungen geschlagen wurden. Als Führer und Held hatte er sich niemals dabei hervorgetan, aber er hatte auch seine Feigheit niemals verraten. Es war für ihn ein wollüstiger und geheimnisreicher Reiz, den Steinwürfen der Feinde die Stirne zu bieten. Die Rittergeschichten und Matrosenstreiche, die er zu Hause las, wurden ihm hier zu einer kleinen aber wahrhaftigen Wirklichkeit, die ihm Wangen und Hände heiß machte und in stummer Erregung den Atem beklemmte. Seit jener Zeit hatte es eigentlich kein gleichwertiges Erlebnis mehr in seiner Jugend gegeben. Aber der blinde Drang, der ihn damals nach der Schule auf die verlassenen Schanzen zu...

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Paul Leppin’s 1914 novel is a hypnotic trip into a Prague most tourists never see. Forget the charming squares and spires. This is a city of fog-shrouded alleys, smoky cabarets, and secrets whispered in the dark.

The Story

Severin is a bored office clerk. His life is a dull routine, and he’s desperate to feel something—anything. So, he makes a choice. He starts wandering Prague at night, seeking out its seedy underworld. He falls in with a strange, seductive crowd and becomes obsessed with a mysterious woman named Zdenka. But the deeper he goes, the more the line between reality and nightmare blurs. Is he exploring the city's hidden side, or is the city itself slowly consuming him? His search for excitement becomes a terrifying descent.

Why You Should Read It

This book gets under your skin. Leppin doesn’t just describe Prague; he makes you feel its damp chill and hear its distant, unsettling music. Severin’s journey is incredibly relatable in a twisted way. Who hasn’t wanted to break free from monotony? But watching his liberation turn into a kind of prison is both fascinating and deeply creepy. The 'ghosts' here aren’t chain-rattling phantoms; they’re the ghosts of regret, obsession, and the parts of ourselves we try to bury.

Final Verdict

This is a perfect pick for readers who love atmospheric, character-driven horror. If you enjoyed the moody tension of Robert W. Chambers’ The King in Yellow or the decadent gloom of Hanns Heinz Ewers’ works, you’ll feel right at home. It’s also a must for anyone fascinated by Prague’s history. Fair warning: it’s a slow, psychological burn, not a fast-paced thrill ride. But if you let it, Severin’s walk into the darkness will haunt you long after the last page.



✅ Copyright Status

This digital edition is based on a public domain text. Thank you for supporting open literature.

Elijah Davis
6 months ago

Simply put, the atmosphere created is totally immersive. A true masterpiece.

Ethan Thompson
4 months ago

I didn't expect much, but the arguments are well-supported by credible references. I couldn't put it down.

Carol Davis
1 year ago

Loved it.

Andrew Robinson
1 year ago

To be perfectly clear, the arguments are well-supported by credible references. I couldn't put it down.

Betty Smith
4 months ago

Not bad at all.

5
5 out of 5 (5 User reviews )

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