Die stählerne Mauer: Reise zur deutschen Front, 1915, Zweiter Teil by Ganghofer

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By Jacob Brown Posted on Dec 22, 2025
In Category - Hard Sci-Fi
Ganghofer, Ludwig, 1855-1920 Ganghofer, Ludwig, 1855-1920
German
Ever wondered what it was like to be a writer at the front lines of World War I? This isn't a dry history book. It's a real-time diary from 1915, written by famous novelist Ludwig Ganghofer as he traveled with German troops. He takes you right into the mud, the trenches, and the strange mix of boredom and terror. You'll see the war through the eyes of a patriotic German, but also a man who can't ignore the human cost. It's a raw, unfiltered look at a world gone mad, written while the guns were still firing. If you want to feel the weight of history, start here.
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herausrannten oder getaumelt kamen wie nach Atem Ringende, wie Erstickende. Der grauenvolle Anblick dieses Schachtes erläuterte mir auch ein Bild, das ich am folgenden Tage zu sehen bekam: das Bild des Krüppelsaales im Spital der französischen Schwerverwundeten zu Avesnes. Ich wollte diesen Saal betreten. Aber nach dem ersten Schritt über die Schwelle mußte ich stehen bleiben -- etwas Fürchterliches hatte mir an den Hals gegriffen. Gegen achtzig Betten. Und jedes Bett hatte seinen uniformierten Gast. Ein Gewirre bunter Farben. Infanteristen, Kanoniere und Reiter, Spahis und Turkos, Europäer und Afrikaner -- aber unter ihnen kein einziger mehr, der ein ganzer Mensch war. Der eine ohne Beine, der andere ohne Arme, ein dritter mit halbem Gesicht. Einarmige und Einfüßige, mit Krücken und mit Stelzbeinen, mit umgeknickten Ärmeln und mit aufgebogenen Hosenschäften, mit Armstummeln, die keine Hand mehr hatten, und mit Beinstümpfen, die ohne Fuß waren. Bleiche Gesichter und braune und schwarze, Knaben und Männer. So saßen oder lagen sie auf ihren Betten, keiner bewegte sich, alle waren unbeweglich, stumm, mit trauervollen oder stumpf gewordenen Augen. Und dennoch schien es mir, als spräche aus allen Gesichtern eine heiße Erwartung, eine ungeduldige Sehnsucht. Bei ihnen war ein junger französischer Arzt, dessen ruhiges Benehmen und mildes Wesen mir sehr gefiel. Er sagte mir, daß diese achtzig reisefertig wären seit vier Tagen, und der Zug, der sie durch Deutschland nach Genf bringen sollte, stünde seit vier Tagen zur Abfahrt bereit; aber die Einwilligung der französischen Regierung zum Austausch der Kriegsuntauglichen käme nicht, noch immer nicht. »Das Warten wird ihnen schwerer mit jeder Stunde.« Schweigend hatte ich dieses martervolle Bild betrachtet, schweigend die Worte des Arztes angehört. Meine Gedanken sahen den Jammer, der diese Sehnsüchtigen in ihrer Heimat erwartet. Und aus meiner Kehle preßten sich die Worte heraus: »Das wird keine schöne Reise!« Erst sah mich der Arzt ein bißchen verwundert an -- als hätte ich so mangelhaft Französisch gesprochen, daß er mich nicht verstehen konnte. Dann nickte er ernst und sagte: »Sie haben recht! Keine schöne Reise, das!« Als ich aus dem kühlen stillen Saal hinausgetreten war in die Sonne, blieb ich stehen, schloß die Augen -- und sah wieder den Granatentrichter des vernichteten Forts von Boussois. Man versteht das Bild des französischen Krüppelsaals von Avesnes, wenn man das erschütternde Vernichtungsgemälde von Maubeuge gesehen hat. Wie viele Stummgewordene, wie viele Beine und Arme und formlose Menschenreste mögen unter diesen Bergen von Trümmern noch begraben liegen? Sie bleiben, wo sie sind; es geht ihnen wie den Kanonen des Panzerturms. Ihm hat eine deutsche Granate die aus Stahl und Eisenbeton erbaute Decke zerdrückt, als wär's nur die Schale einer Krachmandel gewesen! Im Innern des Turmes ist das viele Eisenwerk der Geschützmaschinerie zu so irrsinnig verschnörkelten Klammern und Polypenformen ineinander gepreßt, daß man die zwei eingequetschten Kanonen nicht mehr herauszubringen vermochte; sie liegen und hängen noch immer da und strecken aus dem konfusen Stahlknäuel ihre schon mit Rost und Grünspan behangenen Mündungen heraus, gleich den aufgerissenen Mäulern verschmachteter Riesenfische. Und wohin man sonst noch blickt, alles ist ein Gewirr von Eisenfetzen und Mauerbrocken, von Schutt und Trümmern, von unbegreiflich zerrissenen Erdformen. Und alles ist öd und menschenleer, alles trostlos ineinandergeschmolzen zur schauerlichen Todesmaske eines Unterganges, der keine Auferstehung mehr erleben wird. Noch kommende Jahrhunderte werden sagen: »So wirkten die deutschen Waffen!« Solche Waffen besaßen wir und erhoben sie nie und lebten mit allen Völkern in redlichem Frieden. Nun, da fremde Eifersucht auf die Blüte des deutschen Lebens uns zwang zu diesem Kriege, nun sollen unsere Feinde auch die gigantische Gewalt der deutschen Waffen verkosten an ihrem Gut und Blut! Die Zerstörungsbilder, die ich sehe, erfüllen mich mit Grauen und...

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Ludwig Ganghofer was a wildly popular adventure novelist in Germany. When World War I broke out, he didn't stay home. At nearly 60, he got special permission to travel to the Western Front as a kind of official observer and morale-booster for the troops. Die stählerne Mauer (The Steel Wall) is the second part of his published account of that journey.

The Story

This isn't a novel with a plot. It's a collection of his notes and impressions. Ganghofer moves from headquarters to frontline trenches in the Argonne forest and the Vosges mountains. He describes everything: the eerie silence of no-man's-land, the thunder of artillery, the grim humor of the soldiers, and the shattered landscapes. He meets generals and young privates, shares their meals, and witnesses both the engineering marvel of German fortifications and the brutal reality they were built for.

Why You Should Read It

What grabs me is the immediacy. There's no hindsight here, no knowledge of how the war ends. You're getting the view from inside the German war machine, filtered through a patriotic but observant writer. He believes in the German cause, yet his descriptions of French prisoners or ruined villages often carry a quiet, unintended sadness. It's this contradiction that makes it so compelling. You're not reading analysis; you're walking alongside him.

Final Verdict

This is perfect for readers who want to get beyond the battle maps and statistics of WWI. It's for anyone curious about daily life in the trenches and the mindset of the people who fought. If you've read All Quiet on the Western Front, this is the fascinating, complex view from the other side of the hill, written not as fiction but as it happened. Be prepared for a perspective that is both insightful and very much of its time.



📚 Copyright Free

This title is part of the public domain archive. It is now common property for all to enjoy.

Barbara Jackson
1 year ago

Based on the summary, I decided to read it and the plot twists are genuinely surprising. Absolutely essential reading.

Carol Anderson
1 year ago

I didn't expect much, but the flow of the text seems very fluid. I couldn't put it down.

Richard Hernandez
1 year ago

Good quality content.

Jackson Rodriguez
1 year ago

Great read!

Barbara Lee
1 year ago

Honestly, the plot twists are genuinely surprising. Exactly what I needed.

5
5 out of 5 (9 User reviews )

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