Kompendium der Psychiatrie für Studierende und Ärzte by Otto Dornblüth

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By Jacob Brown Posted on Jan 13, 2026
In Category - Alien Worlds
Dornblüth, Otto, 1860-1922 Dornblüth, Otto, 1860-1922
German
Ever wonder what doctors were thinking about mental health a century ago? I just finished a fascinating time capsule of a book: Dornblüth's 'Psychiatry Compendium' from the early 1900s. This isn't a modern self-help guide. It's a direct line to a world where 'hysteria' was a common diagnosis and Freud's ideas were still fresh. The main 'mystery' here isn't a plot twist, but the puzzle of how medicine understood the human mind before modern brain scans and medications. Reading it, you're constantly asking: What did they get right? What seems strange or even shocking today? It's a slow, dense read, but it feels like archaeology for the mind. If you're curious about the history of medicine or psychology, this old textbook offers a raw, unfiltered look at the starting point of so much we now take for granted. Just be prepared—some of its pages are a stark reminder of how far we've come.
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Vorkehrungen und die Trennung von den körperlich Kranken erfordert. Trotzdem muß die wissenschaftliche und menschliche Auffassung der Geistesstörungen streng daran festhalten, daß es sich dabei um =Krankheiten= handelt, die sich im =Wesen= nicht von anderen, körperlich greifbaren Leiden unterscheiden. Nach den gehirnphysiologischen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die geistigen Vorgänge besonders an Teile und Veränderungen der Großhirnrinde gebunden sind. Insbesondere ist anzunehmen, daß die Hinterhauptwindungen der Gesichtswahrnehmung, die Schläfenwindungen der Gehörswahrnehmung, die Zentralwindungen und die Scheitellappen den Bewegungsvorstellungen (Erinnerungsbildern der Bewegungs-, Haut- und Muskelgefühle und ihrer Lokalisation) als Sitz dienen. Geschmack und Geruch, die für die geistigen Vorgänge von geringerer Bedeutung sind, verknüpfen sich mit Rindenfeldern der Gehirnbasis. Unzählige Assoziationsfasern verknüpfen die verschiedenen Gebiete und Schichten zu einem gemeinsamen Wirken als Organ der geistigen Vorgänge. Von großer Wichtigkeit für die Theorie der normalen und der krankhaften Geistestätigkeiten ist jedenfalls das Sprachzentrum und seine Beschaffenheit, da sicher die meisten Menschen in Sprachvorstellungen denken. Hier gilt aber ganz besonders, was für die gesamte materielle Erklärung des Denkens und seiner Störungen nie außer acht gelassen werden sollte, daß es sich dabei immer nur um Theorien handelt, die bei aller Wahrscheinlichkeit und bei allem wissenschaftlichen Werte doch keine wirkliche Erklärung für das Beobachtete geben können. Die Psychiatrie als eine Wissenschaft bedarf dieser Aufstellungen und wird dadurch gefördert, die fortschreitende Erkenntnis der geistig kranken Menschen und ihrer Behandlung muß auch unabhängig davon durch klinische Beobachtung und durch reine Erfahrung herausgebildet werden. Eine scharfe Grenze zwischen Geistesgesundheit und Geisteskrankheit gibt es ebensowenig wie zwischen den entsprechenden Körperzuständen. Wie niemals zwei Menschen körperlich völlig gleich sind, und wie kein Maß geschaffen werden kann, um jemand als körperlich normal zu erweisen, so sind auch bei möglichst gleicher geistiger Anlage und Ausbildung die größten Verschiedenheiten möglich. Was bei geistig Hochgebildeten als grobe Abweichung vom Normalen und als klaffende Lücke betrachtet werden muß, kann bei Ungebildeten als durchaus regelrecht erscheinen, und noch größer sind die Verschiedenheiten, wenn an Stelle des ruhigen Denkens die Affekte den Geist beherrschen. Man soll sich daher hüten, jede Abweichung von der bisherigen Erfahrung oder von dem Gewohnheitsbilde ohne weiteres als abnorm oder gar als krankhaft hinzustellen, auch wenn der erfahrene Beobachter geistiger Persönlichkeiten Anklänge an Krankhaftes wahrnimmt. Nur durch Mißbrauch solcher Beobachtungen wird man z. B. das Genie wegen seiner mannigfachen Eigentümlichkeiten dem Irren an die Seite stellen. In der Praxis ist eine willkürliche Trennung zwischen gesund und krank nicht zu entbehren; sie ist Sache der Erfahrung und des Taktes, also nicht durch bestimmte Regeln zu erlernen und daher dem Unkundigen nicht jedesmal als berechtigt nachzuweisen. Zu große Bestimmtheit in derartigen subjektiven Ansichten hat manchem Irrenarzte den nicht ganz irrigen Vorwurf zugezogen, sein Gebiet unrechtmäßig ausdehnen zu wollen. Mit gutem Grunde stellt daher die neuere Psychiatrie ein eigenes Gebiet der »Grenzzustände« auf. II. Geschichtlicher Überblick. Geistesstörungen sind zu allen Zeiten vorgekommen und beobachtet. Das Alte Testament berichtet sie von Saul und von Nebukadnezar, die griechischen Dichter erzählen ihr Vorkommen bei Ajax, Ödipus, Orestes, bei den Töchtern des Königs Proitos, die von Juno irrsinnig gemacht waren; die Skythen glaubten sich eines Tages in Weiber verwandelt. Im allgemeinen betrachtete man das Irresein als Folge göttlicher Strafen oder teuflischer Einwirkungen. Hippokrates, 460-377 v. Chr., leitet zuerst die Seelenstörungen aus körperlichen Ursachen her und bringt sie mit Krankheiten des Gehirns in Verbindung; bei ihm finden sich »Manie« und »Melancholie« als allgemeine Bezeichnungen für Irresein; seine Behandlung besteht in Diät, Gymnastik, kalten Übergießungen, Verabreichung von Alraunwurzel (Atropa Mandragora), Helleborus u. s. w. Asklepiades, Cälius Aurelianus, Celsus, Galenos u. A. beschreiben die einzelnen Formen des Irreseins genauer; Asklepiades erwähnt die psychische Behandlung und verwirft eingreifende Mittel,...

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Let's be clear from the start: Otto Dornblüth's Kompendium der Psychiatrie is a textbook. Published in the early 20th century, it was written for German medical students and practicing doctors. There's no main character or dramatic plot. Instead, the 'story' is the state of psychiatric knowledge itself around 1910.

The Story

The book walks you through how doctors of that era classified, diagnosed, and attempted to treat mental illnesses. It covers everything from what they called 'melancholia' (which overlaps with our depression) and 'dementia praecox' (an early term for schizophrenia) to 'hysteria' and 'neurasthenia' (or 'nerve weakness'). You get detailed descriptions of symptoms, theories on causes (often pointing to heredity or nervous system defects), and the limited treatment options available, which ranged from rest cures and hydrotherapy to asylum confinement. The narrative is the clinical framework of the time, presented with the absolute authority of a medical manual.

Why You Should Read It

This is why it's so compelling. Reading it today is a deeply human experience. You see the earnest attempt to bring order to the chaos of mental suffering with the tools they had. Some observations are surprisingly perceptive. Others are jarring, reflecting social biases of the age. You feel the frustration of doctors who could describe conditions in detail but had almost no effective tools to treat them. It's humbling. It makes you appreciate the decades of painstaking work that followed. This isn't about agreeing with Dornblüth; it's about listening to a voice from medicine's past and understanding the foundation upon which modern psychiatry was built, for better and worse.

Final Verdict

This book is a specialist's treasure, but it's not for everyone. It's perfect for history of medicine buffs, psychology students, or writers looking for authentic period detail. If you love primary sources and want to see history through the lens of a contemporary textbook, there's nothing quite like it. However, if you're looking for a narrative history or a light read, this isn't it. The prose is dense and clinical (even in translation), and some content may be distressing. Think of it as an academic expedition, not a leisurely stroll. For the right reader, though, it's a profoundly insightful journey into the origins of how we care for the mind.



🔖 License Information

This masterpiece is free from copyright limitations. Access is open to everyone around the world.

Mason Ramirez
1 year ago

After finishing this book, the plot twists are genuinely surprising. This story will stay with me.

Aiden Walker
1 year ago

I stumbled upon this title and it challenges the reader's perspective in an intellectual way. I couldn't put it down.

Linda Brown
1 year ago

A must-have for anyone studying this subject.

Donald Lee
3 months ago

After finishing this book, the depth of research presented here is truly commendable. Truly inspiring.

4.5
4.5 out of 5 (9 User reviews )

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